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Bundestag und Bundesrat haben im März 2017 das Gesetz zur Reform des Bauvertragsrechts verabschiedet, welches für alle ab 01.01.2018 geschlossenen Verträge gelten wird. Es enthält eine Vielzahl von Neuregelungen und Änderungen, die von allen am Bau Beteiligten zu beachten sind.

Mit der neuen Gesetzesfassung sollen u. a. wichtige Regelungsgegenstände aus der VOB/B in das BGB übernommen und wesentliche im bisherigen Recht nicht vorhandene Regelungen in ein neu geschaffenes "Bauvertragsrecht" aufgenommen werden. Nachdem die bekannten Pfade der VOB/B durch die Neuregelungen teilweise sehr weitgehend verlassen werden, ergibt sich daraus für die Baupraxis ein neues Spannungsfeld, das bis hin zu der Frage reicht, ob die VOB/B als Regelungswerk möglicherweise insgesamt in Frage steht.

Besonders einschneidend sind die Änderungen im Bauvertragsrecht durch die Einführung eines von der VOB/B wesentlich abweichenden Anordnungsrechts des Bestellers mit korrespondierenden Regelungen zur Nachtragsvergütung. Vor allem der im Gesetz vorgesehene Übergang zu einer Nachtragsberechnung nach tatsächlichen Kosten stellt die Baupraxis vor nicht zu unterschätzende Herausforderungen.